gmejna Gołkojce

Richtfest eines einmaligen Projektes auf dem Kolkwitzer Sportplatz

Ein einmaliges Pilotprojekt feierte am 20. August auf dem Kolkwitzer Sportplatz Richtfest. Neben dem neuen zweigeschossigen Gebäude mit Lager- und Vereinsräumen entstehen hier auch Garagen für die beiden Kleinbusse und ein Tickethaus. Doch warum einmalig? Schließlich sind die bisherigen Vereinsräume des Kolkwitzer SV auch durch die Wiederverwendung von Betonteilen aus Cottbuser DDR-Plattenbauten im Jahr 2009 entstanden. Und warum waren hier so viele Studenten beim Richtfest dabei und mit Angelika Mettke gar eine Professorin?

Die Antwort heißt Neuland. Mit dem aktuellen Bau in Kolkwitz wurde in der Tat Neuland betreten, erklärt Peter Jähne vom Cottbuser Ingenieurbüro, welcher sich seit 25 Jahren mit dem Rückbau und der Wiederverwendung von DDR-Platten beschäftigt. So wurden hier in Kolkwitz Innenteile zu Außenteilen und die heutige Galerie waren einst Stützen eines Mitteganges gibt er als Beispiel für die besondere Verwendung der 80 Betonplatten aus Großräschen die bis zu sechs Meter lang und sechs Tonnen schwer sind.

Hand in Hand arbeitet das Ingenieurbüro mit der BTU und hier namentlich mit Prof. Dr.-Ing. Angelika Mettke zusammen. Seit über 30 Jahren erforscht sie, wie sich Bauteile aus abgerissen Gebäuden weiterverwenden lassen. Sie ist stolz, mit ihrem BTU- Team als erstes im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes „Re create“ ein ganzes Gebäude entstehen zu lassen. In dem Projekt entwickeln europäische Wissenschaftler Verfahren, Standards und digitale Werkzeuge, damit gebrauchte Betonfertigteile künftig systematisch in neuen Bauprojekten eingesetzt werden können. Das neue Kolkwitzer Vereinsgebäude ist nun das sichtbare Paradebeispiel für die Forscher, dass dies auch funktioniert.

Peter Jähne freut sich Teil des Forschungsprojektes zu sein und über die Zusammenarbeit mit der BTU. Worüber er sich gar nicht freut, ist die Bürokratie. Jede der 80 verwendeten Platten muss beim Verbauen europäische Normen erfüllen, dies es zu DDR-Zeiten natürlich noch nicht gab. Das verlängert die Planung und verteuert die Zulassung. So hofft er auf vereinfachte Zulassungsverfahren.

Der Lausitzbeauftragte der Landesregierung Dr. Klaus Freytag erklärte, dass viele Lausitzer Vereine aus Containern leben müssen, da Räumlichkeiten fehlen. Diese schauen jetzt neidvoll nach Kolkwitz und deshalb ist hier eine Hurra-Stimmung berechtigt. Fördertechnisch ist hier seitens der Planer und der Verwaltung gute Arbeit geleistet worden und so dürfe man hier sehr stolz sein, sagt er unter dem Richtkranz stehend.

Übrigens war noch etwas einmalig beim Richtfest: Der Zimmermannsspruch. Statt von einem Zimmermann kam dieser vom Bürgermeister Karsten Schreiber. Schließlich hat das neue Gebäude kein Dach mit Balken, wo ein Nagel hätte eingeschlagen werden können. Der Bürgermeister freute sich, dass die Betonteile, statt im Schredder zu landen, nun hier am Sportplatz dem Kolkwitzer SV aber auch anderen Vereinen der Gemeinde zugutekommen werden. Er dankt allen Fördermittegebern, Planern, Firmen und dem Verein, die an diesem Bau mitgewirkt haben und weiter mitwirken und wünscht sich, dass die Menschen in diesen neuen Räumen miteinander lachen, feiern und gemeinsam etwas bewegen.

 

Hier ist ein Beitrag zu Prof. Angelika Mettke:

 

 

Skip to content