Zwei Kolkwitzer im Ehrenamtsbuch verewigt

Der Landrat Harald Altekrüger (l.) und der Bürgermeister Karsten Schreiber (r.) bedankten sich bei Monika Berger (2.v.r.) und Reinhard Hanschkatz (2.v.l.)
Foto: Mathias Klinkmüller

Als großes Dankeschön an alle ehrenamtlich Tätigen hat der Landkreis Spree Neiße ein Buch herausgegeben. Unter dem Titel „Ehrenamtler-Helfer des Gesellschaft“ hat der Kreis 20 Helfer portraitiert und dabei auch deren Vereine oder Organisationen vorgestellt.

Zwei dieser Ärmelhochkrempler kommen aus der Gemeinde Kolkwitz. Der Landrat Harald Altekrüger und der Bürgermeister Karsten Schreiber freuten sich am 18. September darauf, diesen persönlich das Buch überreichen zu können. Im Ratssaal der Gemeinde erzählten Monika Berger vom Happy Bibo e.V. und der Notfallseelsorger Reinhard Hanschkatz von ihren Erlebnissen als Helfer.

Der Glinziger Reinhard Hanschkatz hat mit 81 Jahren schon viel erlebt. Als Rettungssanitäter war er elf Jahre für das Deutsche Rote Kreuz und die Johanniter unterwegs und als ausgebildeter Notfallseelsorger beim Katastrophenschutz fuhr er mittlerweile zu über 100 Einsätze. Polizei und Einsatzkräfte atmen auf, wenn er vorfährt. Der Umgang mit den Hinterbliebenen braucht viel Fingerspitzengefühl und auch Zeit, die sich der Helfer gerne nimmt. Auch wenn es sich für Außenstehende komisch anhören mag, erklärt er, ihm macht diese Aufgabe Spaß. Das Gefühl, diesen Menschen, die meist in diesem Moment völlig orientierungslos vor Trauer sind, geholfen zu haben, macht ihn glücklich. In seiner Ausbildung hat er gelernt, die Schicksale, wenn er den Einsatzort verlässt, auch gedanklich hinter sich zu lassen – die Trauer der Anderen nicht zu seiner Trauer zu machen. „Ich bin nicht eiskalt, aber anders wäre diese Arbeit nicht möglich“, erklärt er. Besonders schwer sind Unfälle mit Kindern, Säuglingen oder Schwangeren. Neben den Trauernden kümmert er sich aber auch um die Rettungskräfte selbst. Seine Arbeit besteht, wie er sagt, aus Reden. „Für die Notfallseelsorge gibt es keine Tabletten. Es helfen nur Gespräche“, sagt er.

Der Bürgermeister Karsten Schreiber hebt in seiner Dankesrede die Leistung dieser Arbeit hervor: „Notfallseelsorger. Das ist eine Arbeit, an der die meisten Menschen zerbrechen würden, die eine mentale Kraft braucht, welche die wenigsten aufbringen können“.

Viel Dankbarkeit erfährt auch Monika Berger in ihrer Ehrenamtsarbeit. Die
66-Jährige ist in Kolkwitz allseits bekannt. Mit dem Happy Bibo Verein begeisterte sie Kinder für das Tanzen. Mit den Kindern wurde gemalt, gebastelt, getöpfert und gesungen. Immer in den Sommerferien lässt sie sich eine tolle Ferienaktion für die Kinder einfallen und macht so die Ferienzeit zu einem unvergesslichen Erlebnis. Als Herzenssache bezeichnet Karsten Schreiber die Hingabe mit der sich Monika Berger um die Kinder kümmert. Er würde sich freuen, wenn die Kolkwitzerin auch weiterhin mit vielen tollen Ideen den Nachwuchs vom Fernseher und Computer weglockt.

Information: Die Gemeinde Kolkwitz hat sich vorgenommen, das Engagement der vielen Ehrenamtler, welche das Dorfleben ganz besonders lebenswert machen und bereichern, in regelmäßigen Abständen zu würdigen. Im vergangenen Jahr wurde über 300 Helfer zu einem Tanzabend mit Bufett eingeladen. Diese Veranstaltung soll in regelmäßigen Abständen von etwa fünf Jahren wiederholt werden. Damit soll das Engagement gewürdigt aber auch Helfer für einen Austausch zusammengebracht werden.

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